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Carrossier/-in Spenglerei FZ

Tätigkeiten

Carrosseriespengler/innen reparieren Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge. Eingedrückte Stellen bringen sie in die ursprüngliche Form zurück und stark beschädigte Carrosserieteile ersetzen sie durch neue Teile.

Carrosseriespengler reparieren Carrosserien, vorwiegend von Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen. Meistens setzen sie Unfallfahrzeuge instand, sie beheben aber auch Schäden, die durch Alterung, Abnutzung oder Witterungseinflüsse entstehen.

Mit speziellen Mess- und Richtanlagen prüfen Carrosseriespenglerinnen, welche Teile bei einem beschädigten Auto in Mitleidenschaft gezogen wurden. Sie erkennen zum Beispiel, ob ein Blech gestaucht oder auseinandergezogen wurde. Mit Zug- und Drücktechniken bringen sie deformierte Teile in die ursprüngliche Form zurück. Dies erfordert Fingerspitzengefühl, Augenmass und Formgefühl, denn das Material ist nur 0.4 bis 0.8 mm dick.

Nicht reparierbare Bauteile bauen Carrosseriespengler aus und ersetzen sie durch neue. Dabei wenden sie Verbindungstechniken wie Schweissen, Kleben und Nieten an. In der Automobiltechnik kommen unterschiedliche Stahl- und Aluminiumbleche zum Einsatz. Die verschiedenen Aluminiumlegierungen verlangen viel Fachwissen.

Wichtig sind auch technische Aspekte, denn in praktisch jedem Fahrzeugteil steckt viel Elektronik: Wurde beispielsweise eine ­Stossstange mit PDC (Park Distance Control), eine Tür mit Airbag oder ein Xenon-Scheinwerfer aus- und wieder eingebaut, müssen Carrosseriespenglerinnen alle Funktionen kontrollieren und allfällige Fehleranzeigen auf dem Diagnosegerät richtig interpretieren. Auch die Klimatechnik ist ein integraler Bestandteil ihrer Arbeit: Die Kühlsysteme sind bei fast jedem Frontschaden entweder beschädigt oder müssen zumindest für eine Instandsetzung aus- und eingebaut werden.

Nach Abschluss der Spenglerarbeiten übergeben die Berufsleute das Fahrzeug der Lackiererei. Sobald das Fahrzeug wieder bei ihnen ist, bauen sie es fertig zusammen, montieren Scheiben, Beleuchtungs- und Signalanlagen usw. und schliessen Türöffner, Airbags, Gurtenstraffer und Ähnliches an die Elektronik an.

Carrosseriespengler beherrschen Reparatur- und Metallbearbeitungstechniken. Da Werkstoffe und Verbindungstechniken laufend weiterentwickelt werden, machen sie sich immer wieder mit neuen Arbeitstechniken vertraut.


Berufsverhältnisse

Carrosseriespengler arbeiten meistens in einem kleineren oder mittelgrossen Carrosseriebetrieb. Nach einer Zusatzausbildung ist auch eine Tätigkeit als Schadenexperte für Versicherungen oder als Kundenberater in einem Carrosseriebetrieb möglich.

Carrosseriespenglerinnen sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Die Anstellungsbedingungen sind durch einen Gesamtarbeitsvertrag geregelt.

Voraussetzungen

Vorbildung
abgeschlossene Volksschule
  • gute Leistungen in Rechnen, Geometrie und Technischem Zeichnen
Anforderungen
ausgeprägtes handwerkliches Geschick
technisches Verständnis
geschickte Hände für genaues Arbeiten
Fähigkeit, sich Sachen räumlich vorzustellen
Sinn für Formen und Farben
Zuverlässigkeit
Selbstständigkeit

Ausbildung

Grundlage

Eidg. Verordnung vom 15.5.2017

Dauer

4 Jahre

Bildung in beruflicher Praxis

In einer Carrosseriespenglerei

Schulische Bildung

1 Tag pro Woche an der Berufsfachschule

Berufsbezogene Fächer
  • Beurteilen von Fahrzeugschäden, Durchführen von Demontage, Montage und Abschluss­arbeiten
  • Ausführen von Formgebungsarbeiten, Rückformen, Trennen und Fügen von Carrosserieteilen
Überbetriebliche Kurse

Praktisches Erlernen und Üben beruflicher Grundlagen

Berufsmaturität

Bei sehr guten schulischen Leistungen kann während der Grundbildung die Berufsmaturitätsschule besucht werden.

Abschluss

Eidg. Fähigkeitszeugnis ­"Carrosseriespengler/in EFZ"

Weiterbildung

Vorbildung

Angebote des Schweiz. Carrosserieverbandes VSCI, von Spezialwerkzeug-Herstellern und von Berufsfachschulen

Carrosseriewerkstattleiter/in mit eidg. Fachausweis, Fachrichtung Spenglerei

Carrosseriemeister/in, Fachrichtung Spengler/in

  • Fachschule für Technik: staatlich geprüfte/r Techniker/in Fachrichtung Karosserie- und Fahrzeugbautechnik, z. B. in Fulda, Hamburg oder Kaiserslautern, DE
  • Fachhochschule: Bachelor of Engineering in Fahrzeugtech­nik, z. B. in Hamburg oder Ulm, DE

Als Schadenexperte/-expertin, Zusatzausbildung bei einer Versicherungsgesellschaft

Mit entsprechender schulischer Vorbildung z. B. Bachelor of Science (FH) in Automobiltechnik (BFH, Biel)

Berufsfachschule
Lohnempfehlung
Lehrjahr Lohnempfehlung pro h oder Monat
1. CHF 650
2. CHF 750
3. CHF 950
4. CHF 1350
Freie Lehrstellen
Firma Ort Anzahl Lehrstellen
Biedermann AG Gamprin-Bendern 0
Garage Karl Vogt Balzers 1
Schlossgarage Lampert AG Vaduz 1
Carrosserie Fremuth Anstalt Balzers 1
Carrosserie Rifaj Anstalt Gamprin-Bendern 0
Altherr AG Schaan 0
Ausbildungsberater/-in
Gerner Gerhard ()
Eigenschaften
Indoor, Technisch, Handwerklich, Singleplayer, Mit Maschinen, Geräten, Werkzeugen